24. Februar 2014

Kontakt Verständnis Respekt

Wir leben in einer Aufnahmegesellschaft, die Migrationsgeschichten häufig als Problemgeschichten erzählt und mit Vorurteilen und Pauschalisierungen operiert. Was dabei oft zu wenig Beachtung erfährt, sind die Gründe, aus denen Menschen ihre Heimat verlassen, die Fähigkeiten, die sie mitbringen,  aber auch der Mut und die Energie, die erforderlich sind, um sich in einem fremden Land ein neues Leben aufzubauen. Hinter dieser deutschlandweit einzigartigen Ausstellung steht die Idee, dass der konzentrierte Blick auf die Einzelschicksale die Wahrnehmung für das Zusammenspiel individueller, kollektiver und struktureller Probleme schärft.

In Deutschland treffen Zuwanderer auf ganz unterschiedliche Widerstände, und das Thema „Migration“ ist durch immer neue politische Debatten und vielfältige Ressentiments restlos überfrachtet. Die Ausstellung fordert und forciert einen konstruktiven und offenen Umgang mit der Vielschichtigkeit und Vielfältigkeit der Thematik. Die Porträts machen kollektive Erfahrungen transparent, in denen sich die individuellen Geschichten der Menschen spiegeln können. So wecken sie  Verständnis für die Schicksale und Respekt für die Leistungen der Zuwanderer.

Damit leisten Hermine Oberück und Gertraud Strohm-Katzer einerseits einen dokumentarischen Beitrag zur Geschichte und Entwicklung der unterschiedlichen Migrationsbewegungen nach und in Deutschland und regen die Betrachtenden andererseits zum Nachdenken und zum Hinterfragen eigener Vorurteile an.

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